Snowrails ab Herbst im Handel
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Artikel vom:
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20.03.2009
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Quelle:
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Berner Zeitung
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Autor:
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Marc Imboden
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Rubrik:
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Region
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Kategorie:
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Tageszeitung
Artikel Inhalt
Snowrails ab Herbst im Handel
Von Marc Imboden. Aktualisiert am 20.03.2009
Neue Sportgeräte brauchen für Entwicklung, Produktion und Vermarktung viel Zeit – das trifft auch auf die Snowrails von Ulo Gertsch aus Steffisburg zu. Doch im Herbst ist es so weit: Die Snowrails kommen in den Handel.
Der 26.Februar war ein grosser Tag für Ulo Gertsch: Die Sendung «Einstein» auf SF1 strahlte einen siebeneinhalbminütigen Beitrag über seine Snowrails aus. Mehrere hunderttausend Menschen in der Schweiz erfuhren, wie sie in Zukunft sicherer über die Pisten carven können, ohne dass der Spassfaktor darunter leidet. Ulo Gertschs Rezept: Er verbindet Carvingski mit einem Kupplungssystem. Durch diese Traversalverbindung vor und hinter den Skischuhen sind die Ski immer parallel, auch wenn sie auf der Längsachse verschoben werden. Beide Laufflächen haben dadurch immer dieselbe Neigung, auch in den Kurven. Kantenfehler gehören somit der Vergangenheit an. Zudem wird ein Kreuzen oder Auseinanderreissen der Ski unmöglich. Durch diese Vorteile, ist der leidenschaftliche Skifahrer Gertsch überzeugt, nimmt die Verletzungsgefahr beim Carven massiv ab.
Leichtere Verletzungen
Dominik Heim, Chefarzt Chirurgie im Spital Frutigen, teilt Gertschs Einschätzung. Mit grosser Wahrscheinlichkeit könnte die Anzahl Stürze mit den Snowrails reduziert werden, sagte Heim, der das Synchron-Ski-System selber ausprobiert hat, gegenüber der Sendung «Einstein». Und wenn der Fahrer doch stürze, verletze er sich eher im Bereich der oberen Extremitäten. «Oben ist es weniger gravierend», sagte Heim. «Der Patient ist auch viel weniger lange im Spital.» Bei Handgelenkverletzungen beispielsweise könne der Patient am Abend nach Hause gehen. Bei einem Unterschenkel- oder Knöchelbruch werde der Spitalaufenthalt viel länger.
Wissenschaftliche Tests
Ein weiterer wichtiger Schritt in der Geschichte der Snowrails waren die Tests, die das renommierte Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos (SLF) auf einer Skipiste in Bürchen, oberhalb Visp durchführte. Es ging darum, wissenschaftlich fundiert herauszufinden, ob die Druckverteilung zwischen linkem und rechtem Ski beim neu entwickelten Synchron-Ski- System (Snowrails) im Vergleich zu normalen Carving-Ski ausgeglichener ausfällt. Hierfür wurden spezielle Drucksohlen von zwei Millimetern Dicke in die Sohlen der Testfahrer eingelegt.
Schwierigere Bedingungen
«Unsere Tests zeigten, dass die Belastung von Innen- und Aussenski tatsächlich sehr ausgeglichen ist», sagt Hansueli Rhyner, Leiter der Forschungsgruppe Industrieprojekte und Schneesport beim SLF. «Doch die Test wurden in nicht sehr steilem Gelände auf einer recht weichen Piste durchgeführt.» In Vergleichsmessungen wurde untersucht, wie gross die Belastung mit und ohne Traversalverbindungen ist. Resultat: «Unter den beschriebenen Testbedingungen gab es kaum Unterschiede zwischen Snowrails und konventionellen Carvingskis. Dies sähe vielleicht anders aus, wenn die Verhältnisse und die Steilheit der Teststrecke ändern würden.» Er hoffe, dass auch Tests unter schwierigeren Bedingungen durchgeführt werden. Das ist auch im Sinn von Ulo Gertsch: «Das wird voraussichtlich noch in diesem Frühling der Fall sein.»
Mehr Arbeit als erwartet
Bis das Schweizer Fernsehen auf Gertschs Erfindung aufmerksam wurde, dauerte es eine ganze Weile. Der erste Bericht in dieser Zeitung über Gertschs System datiert denn auch vom Januar 2006, der zweite vom Juli 2007. Der umtriebige Steffisburger wandte für die Konzeption unzählige Stunden auf, änderte hier ein Detail ab und optimierte da etwas. «Die Traversen», so Gertsch, «gaben mehr Arbeit, als ich eigentlich erwartet hatte.» Den Prototypen zur Serienreife zu entwickeln, dauerte ebenfalls länger als erwartet. Doch nun scheinen alle Details zu stimmen: «Die Snowrails sind nun serienreif», sagt Gertsch. Im nächsten Herbst werden sie im Handel erhältlich sein: Für 1900 Franken erhält der Wintersportler ein Paar Ski samt Bindung und den beiden Verbindungsstücken.
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